Philosophie / Wissenswertes

 

Das griechische Wort "Psyche" bedeutet sowohl Seele als auch Schmetterling. Deshalb wird die Psyche oft als "Seelenvogel" mit Schmetterlingsflügeln dargestellt. Diesen Vergleich finde ich sehr passend. Steht der Schmetterling in vielen Kulturen für die Entwicklung der Seele, für Metamorphose, Verspieltheit, Leichtigkeit, Zartheit, Auferstehung und die Erschaffung des Lebens aus dem Tod, die Unsterblichkeit. Der Schmetterling führt ebenso in unsere Kindheit und zum Inneren Kind; er öffnet das feinstoffliche Energiereich und er zeigt uns den Weg der Selbstmeisterung.

Für mich ist der Schmetterling das Sinnbild für Wandlung.

 

 

Ich begleite deiner Seele Entfaltung:

Erst Ei, dann Raupe wandle ich auf der Erde,

bis ich zur Puppe werde.

Nutze die Stille in der Hülle,

Altes in Neues zu integrieren,

lass los, was ich nicht mehr brauche zum Transformieren.

Die Wandlung bringt hervor mein wahres Licht,

meine Farben, meine Pracht,

dafür bin ich als göttliches Wesen gemacht!

Ich erfreue dich in jeder deiner Lebenszeit,

flieg ich leicht wie der Wind von Blume zu Blume

oder in den Himmel weit.

Mensch bedenke, auch du kannst ganz neu

nach der Wandlung sein,

lass mich dich geleiten tief in dein Herz hinein.

Erlaub´ dir zu finden deiner Seele Kern,

dann kann in dir alles heilen in Frieden und Stille gern.

Das Neue, es war schon immer in dir,

erfüllt dich mit Liebe und Freude im Jetzt und im Hier.

 

(Angelika Loos)

 

Die Erläuterungen von Miriam Glenk in ihrem Buch "Ich Gefühle Mich" bzgl. der Wandlung der Raupe zum Schmetterling sind eine wunderbare Metapher für den inneren Kampf zwischen dem Alten und dem Neuen und treffen meines Erachtens gleichermaßen bei der Wandlung des Menschen zu:  Sie schreibt, dass im Verpuppungsprozess im Raupenkörper sich neben den existierenden Immunzellen sogenannte Imagozellen zu bilden beginnen, die bereits alle Informationen des Schmetterlingskörpers enthalten. Auch wenn das Immunsystem der Raupe die neuen Zellen nicht als eigene erkennt und sie bekämpft, besitzen die Imago-"Wandlungs"-zellen aber eine enorme Kraft der Transformation und werden immer stärker, sie bilden Netzwerke und tauschen innerhalb der verpuppten Larve Informationen aus. Die neuen Imagozellen  erkennen die alten Zellen der Raupe als ihre eigenen und integrieren sie. Die Vergangenheit als Raupe bleibt damit tief im Schmetterling enthalten.